Aufsuchende Weiterbildungsberatung und Demokratiebildung — zwei Bildungsbereiche, die viel voneinander lernen können! Davon geht das keb DRS-Projekt
 

Aufsuchende Weiterbildungsberatung und Demokratiebildung


aus. Das Projekt wird von der Katholischen Erwachsenenbildung Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. in Zusammenarbeit mit der Diözesanarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung Freiburg e.V. und dem Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg inhaltlich gestaltet und umgesetzt. Das Projekt zielt darauf ab, neue Formate der aufsuchenden politischen Erwachsenenbildung zu entwickeln und insbesondere im ländlichen Raum in Baden-Württemberg umzusetzen.

Das Projekt wird vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg gefördert.

Kooperationspartner:


Projektbeschreibung

Um Menschen mit Veranstaltungen und Aktionen zu erreicht, die mit klassischen Formaten der politischen Bildung eher weniger erreicht werden, finden insbesondere aufsuchende Formate Eingang in das erarbeitete Konzept. Unter aufsuchender Bildungsarbeit wird die Idee verstanden, die Menschen in ihrer Lebenswelt anzutreffen sowie Veranstaltungen und Aktionen an deren Lebenswirklichkeiten auszurichten.
Hintergrund ist die Erkenntnis, dass Bildungseinrichtungen durch die Gestaltung ihrer Formate und ihrer institutionalisierten Kultur bildungsbenachteiligte Menschen häufig exkludieren. Neben der Erprobung neuer aufsuchender Formate wird daher im Rahmen des Projekts auch auf bestehende Barrieren und Exklusionsmechanismen hingewiesen und in Kooperationen mit weiteren Bildungseinrichtungen auf eine Sensibilisierung und einen Perspektivwechsel innerhalb von Institutionen hingewirkt.
Eine lebendige und emanzipatorische Demokratie lebt von der Teilhabe aller Menschen. Deshalb zielen die entwickelten Formate darauf ab, allen Menschen zu ermöglichen, sich an demokratischen Prozessen und Entscheidungen zu beteiligen. Mit partizipativen Ansätzen und vielfältigen Methoden werden Teilnehmende ermutigt, über Demokratie, Teilhabe und Werte miteinander ins Gespräch zu kommen und ihre demokratische Handlungsfähigkeit zu stärken. Es sollen politische Selbstwirksamkeitserfahren ermöglicht und ein Austausch über die Werte und Prinzipien des Zusammenlebens gefördert werden.

Anknüpfen an und lernen kann das Projekt hierfür von bereits erprobten Formaten aufsuchender Bildungs- und Beratungsarbeit, wie dem 2014-2016 von der KiLAG durchgeführten Projekt „Aufsuchende Weiterbildungsberatung in Baden-Württemberg: Entwicklung stärken – Partizipation ermöglichen“ und der Kampagne „Demokratie-Mobil“ der Initiative „Farbe bekennen! Für Demokratie und eine offene Gesellschaft“.

Zusammen mit ihren Kooperationspartnern der Diözesanarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung der Erzdiözese Freiburg e.V., der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und der Hauptabteilung XI - Kirche und Gesellschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgartsucht die keb DRS auf diese Weise neue Wege in der aufsuchende Bildungsarbeit. Denn gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern sind wir überzeugt: Aufsuchende, sozialraumorientierte Bildungsformaten werden in der Erwachsenenbildung in Zukunft eine immer zentralere Rolle spielen; als Antwort auf gegenwärtige gesellschaftliche Herausforderungen haben sie weg- und zukunftsweisenden Charakter. 


Veranstaltungsangebote

Die Angebote richten sich an Menschen in prekären Lebenslagen und/oder vulnerablen Lebensphasen. Die Teilnehmenden werden dazu ermutigt, die eigenen Werte und Prinzipien des Zusammenlebens zu reflektieren sowie politische Forderungen zur Armutsbekämpfung und Verbesserung ihrer Lebenssituation kreativ und niedrigschwellig zu entwickeln.

Wenn Sie mit armutsbetroffenen und/oder bildungsbenachteiligten Menschen zusammenarbeiten, freuen wir uns über Ihr Interesse, mit einer Gruppe an unseren Veranstaltungen teilzunehmen.Die Veranstaltungen sind kostenfrei und orientieren sich an den Lebenswelten der Teilnehmenden. Es gibt keine Voraussetzungen für die Teilnahme: Ob eine Gruppe von geflüchteten Frauen, obdachlose Menschen, Teilnehmende einer Maßnahme des Jobcenters, junge Erwachsene im Übergang von der Schule in den Beruf oder Menschen in einer anderen Form des sozialpädagogischen Beratungssettings – alle sind willkommen und unterschiedliche Perspektiven ausdrücklich gewünscht! Fachkräfte, die mit Menschen in prekären Lebenslagen und/oder vulnerablen Lebensphasen arbeiten, können sich zu folgenden Veranstaltungen anmelden: 
 

Schulung für Sozialarbeiter:innen zum Online-Kurs für erwerbslose Menschen

Aufsuchende Demokratiebildung mit wohnungslosen Menschen

Ein Angebot für Jobcenter und Einrichtungen der Sozialen Arbeit

Es wurde ein Format der politischen Erwachsenenbildung für Menschen in prekären Lebenslagen und/oder vulnerablen Lebensphasen zum Thema Arbeit entwickelt und in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg, der Fachstelle Medien der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Landszentrale für politische Bildung erarbeitet.

Der Onlinekurs "Arbeit nervt!? - warum eigentlich?" richtet sich insbesondere an erwerbslose Menschen im ALG-II-Bezug. Die Teilnahme kann im Rahmen einer Maßnahme zur beruflichen Weiterbildung nach §16 SGB II verpflichtend erfolgen. Am Ende der Durchführung erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat als Nachweis über die Teilnahme.

Einen Flyer mit allen Informationen für die Teilnehmer*innen finden Sie hier. Erste Einblicke ermöglicht auch das Informationsvideo.

Inhaltliche Schwerpunkte des Kurses sind:

  • Was genau ist Arbeit?
  • Was ist unsere Arbeit wert?

Weitere Module sind geplant:

  • Wollen alle eine Lohnarbeit haben?
  • Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?

Für die Durchführung eines Moduls werden etwa 30-45 Minuten benötigt.

Der Online-Kurs kann zeitlich unabhängig von anderen Teilnehmer*innen durchgeführt werden. Das Digitalformat zielt primär auf Wissensvermittlung ab. Die Inhalte werden niedrigschwellig und spielerisch vermittelt. Zudem sollen die Teilnehmer*innen die Gelegenheit erhalten, die eigene berufliche Situation und eigene Motivationsfaktoren bzgl. ihres Arbeitsalltags zu reflektieren. Die explizite Beschäftigung mit Stigmatisierung von Berufsgruppen und Arbeitslosen bietet den Teilnehmenden letztlich auch einen Raum, individuell empfundene Abwertungserfahrungen verständlich zu machen und anerkannt zu bekommen. Der Kurs kann von der Zielgruppe eigenständig oder mit Begleitung von Sozialpädagog*innen durchgeführt werden.

Hier gelangen Sie zum kostenfreien Online-Kurs.

Fachkräfte der Sozialen Arbeit hatten die Möglichkeit, den Kurs im Rahmen von Mulitplikator*innenschulungen kennenzulernen. Gerne geben wir Ihnen nun Einblicke in die Inhalte, Ziele und Hintergründe des Kurses.

Zusatzmaterialien zum Herunterladen finden Sie hier:

 

 

 

Vernetzung, Beratung und Qualifizierung

Im Rahmen des Projekts wird intensiv mit Sozialarbeiter*innen als Vertrauenspersonen zusammengearbeitet. Das Projekt zielt darauf ab, Aktivitäten im Bereich der aufsuchenden Demokratiebildung zu vernetzen und ist bei Ideen unterstützend und beratend tätig. Für Fachkräfte, die mit Menschen in prekären Lebenslagen arbeiten, wird ein Fortbildungsprogramm zu politischer Erwachsenenbildung und aufsuchender Bildungsarbeit angeboten.

Maren Mauch und Dr. Esther Berg-Chan
Projektkoordination

   0711 9791 4922
   E-Mail

Vivianna Klarmann
Pädagogische Leitung

   0157-83054098
   E-Mail

Lukas Engel
Projektmitarbeit

Unser Netzwerk

Qualitätsmanagementsystem